Anstehende Veranstaltungen

EWB und Raum 2017-12-11T10:49:17+00:00

 

Hochschule der Medien Stuttgart (HdM)
Fakultät Information und Kommunikation
Learning Research Center
Prof. Dr. Richard Stang

6.Tagung der Arbeitsgruppe Erwachsenenbildung und Raum

an der Hochschule der Medien Stuttgart (HdM)

02. und 03. März 2018 

Call for Paper

Lernwelt(en) & Rauminszenierungen –

Gestaltung  räumlicher Arrangements für Lernen

Wer sich mit Räumen für Lernen beschäftigt, stößt permanent auf einen Widerspruch: Der Perspektivenwechsel vom Lehren zum Lernen, wie er für alle Bildungsbereiche derzeit prokla­miert wird, bildet sich in den Räumen von Bildungsinstitutionen nur sehr zögerlich ab. Benno Werlen nennt dies „time lag“ (Werlen 2004, 181). Einige Hochschulen und Schulen haben sich auf den Weg gemacht, hier Räume (z.B. Seminarräume, Lernzonen, Gebäude) neu zu denken, Bibliotheken entwickeln ein breites Spektrum von Lernräumen (z.B. Einzellern- und Gruppen­lernzonen), doch Erwachsenenbildungseinrichtungen sind Veränderungsprozesse der Lehr-/Lernraumorganisation kaum festzustellen.

Die zunehmende Sensibilität in der Pädagogik für den Raumdiskurs ist in den letzten Jahren (Sesink 2014, Bernhard et al. 2015, usw.) offensichtlich geworden. In der Erziehungswissen­schaft wurde in den 1990er Jahren im Nachgang zur Diskussion des sogenannten spatial turn in den Kultur- und Sozialwissenschaften die Raumthematik intensiver in den Blick genommen (Kraus et al. 2015, 11). Die Diskussion wurde vor allem von der Schulpädagogik aufgenom­men (Böhme 2009, 17). Mit Bezug auf interaktions- und handlungstheoretische Raumtheorien entsteht für Nugel „ein pädagogischer Raum erst durch die Aneignungspraxis der einzelnen Lernenden“ (Nugel 2014, 62). Auch für Löw konstituiert sich Raum erst „in der Wechselwir­kung zwischen Handeln und Strukturen“ (Löw 2012, 191). Dies bedeutet, dass die Konstitu­tion des pädagogischen Lernraums sowohl durch die Gestaltung, Möblierung und Raumorga­nisation definiert wird als auch durch das Agieren und (Sich-)Positionieren der Lernenden im Raum.

Doch nicht nur der pädagogisch gestaltete Lehr-/Lernraum kann zum Lernraum werden. Dies wird deutlich, wenn aus der Perspektive der Lernenden Orte und Schauplätze in den Blick genommen werden, wo Lernen stattfindet (Kraus 2015). Die Unterscheidung von pädago­gisch gestaltetem Lernort, selbstgestaltetem Lernort und zufälligem Lernort (Kraus 2015, 49) ist dabei hilfreich.

Diese Perspektive öffnet den Blick für Lernorte außerhalb von Bildungseinrichtungen, aller­dings auch für „Zwischenräume“ (Brandt/Bachmann 2014, 23–26) innerhalb von Bildungsein­richtungen, die nicht pädagogisch gestaltet sind bzw. keine Lernoptionen von der Konzeption her implizieren, aber als solche von den Lernenden genutzt werden. Vor diesem Hintergrund wird die Frage nach Raumkonzepten als Teil von Lernwelten weitaus komplexer als dies vor dem Hintergrund der pädagogischen Gestaltung der Fall wäre. Bezieht man noch weitere As­pekte mit ein, wie z.B. die Gestaltung von inklusiven Lernzugängen (Schreiber-Barsch 2016), wird die Bedeutung der Raumfrage im Kontext von Lernwelten noch offensichtlicher.

Neben die physischen (Lern-)Räume treten in immer stärkerem Maße die digitalen bzw. virtu­ellen (Lern-)Räume. Diese lassen sich ebenfalls in pädagogisch konnotierte und von Lernenden selbst zu solchen gemachte unterscheiden, was mit vielen Angeboten im Internet derzeit ge­schieht (Thissen 2017).

Die Frage, wie sich Veränderungsprozesse bei den Lernwelten in der Gestaltung bzw. Insze­nierung physischer bzw. digitaler Raumstrukturen abbilden und wie entsprechende For­schungszugänge gestaltet werden können, steht im Zentrum der 6. Tagung der AG Erwachsenenbildung und Raum mit dem Thema Lernwelt(en) & Rauminszenierungen –  Gestaltung räumlicher Arrangements für Lernen. Die Arbeitsgruppe „Erwachse­nenbildung und Raum“ ist ein offenes Forum, das sich seit 2012 kontinuierlich Fragen zu Raum und Raumtheorie in der Wissenschaft der Erwachsenen- und Weiterbildung widmet. Und noch ein Hinweis in eigener Sache: Nach nun doch fünfjährigem Bestehen, der Ausrichtung einigen Tagungen und einer Publikation verzichten wir künftig auf den Zusatz ‚informell‘ und bezeichnen uns als Arbeitsgruppe Erwachsenenbildung und Raum

Für die Tagung werden Beiträge erwartet, die sich sowohl auf theoretischer als auch auf em­pirischer Ebene der Thematik zuwenden und sich auf pädagogisch gestaltete, selbstgestaltete und zufällige Lernorte beziehen. Folgende thematische Schwerpunktsetzungen sind für die Tagung vorgesehen:

Raum(an)ordnungen und Materialität

Raumgestaltung schafft Ordnung. Doch welches Ordnungsprinzip gilt in der Erwachsenenbil­dung? Schafft der Raum die Rahmung für didaktische Möglichkeiten oder bestimmt die Didak­tik die Rauminszenierung? Wer ordnet Lernräume? Welche strukturellen Prinzipien gelten in den gestalteten (An)Ordnungen? Wie werden die Lernräume eingerichtet (Möbel, Technik usw.) und angeeignet?

Schauplätze oder Orte der Erwachsenenbildung

Die Erwachsenenbildung scheint sich mit der räumlichen Inszenierung ihrer Angebote sowohl im physischen als auch im digitalen Bereich schwer zu tun. Ateliers in der kulturellen Bildung sowie die Nutzung ungewöhnlicher Orte bilden hier die Ausnahme. Wie gestalten professionell Lehrende sowie Planende in der Erwachsenen- und Weiterbildung räumliche Inszenierungen von Lehren und Lernen und wie könnten Zukunftsperspektiven aussehen?

Verortung der Lernwelt(en) für Erwachsene

Die Landschaft der Erwachsenenbildung ist vielfältig gestaltbar. Unter einer erweiterten räumlichen Perspektive auf das Lernen stellt sich generell die Frage, wo und wie Erwachsene lernen. Dabei treten immer mehr Akteurinnen und Akteure auf, wie z.B. Museen, Bibliotheken oder Restaurants, die jenseits der organisierten Erwachse­nenbildungslandschaft Lernen unterstützen. Wie gestaltet sich diese Landschaft? In welchem Verhältnis stehen sie zur institutionalisierten Erwachsenenbildung und professioneller Bildungsarbeit? Wie ist das Verhältnis von Lebenswelt und Lernen konzeptionell gedacht und gestaltet?

Wer sich mit Räumen für Lernen beschäftigt, stößt permanent auf einen Widerspruch: Der Perspektivenwechsel vom Lehren zum Lernen, wie er für alle Bildungsbereiche derzeit proklamiert wird, bildet sich in den Räumen von Bildungsinstitutionen nur sehr zögerlich ab. Benno Werlen nennt dies „time lag“. Einige Hochschulen und Schulen haben sich auf den Weg gemacht, hier Räume (z.B. Seminarräume, Lernzonen, Gebäude) neu zu denken, Bibliotheken entwickeln ein breites Spektrum von Lernräumen (z.B. Einzellern- und Gruppenlernzonen), in Erwachsenenbildungseinrichtungen sind erste Veränderungsprozesse der Lehr-/Lernraumorganisation angestoßen worden.

Die zunehmende Sensibilität in der Pädagogik für den Raumdiskurs ist in den letzten Jahren offensichtlich geworden. In der Erziehungswissenschaft wurde in den 1990er Jahren im Nachgang zur Diskussion des sogenannten spatial turn in den Kultur- und Sozialwissenschaften die Raumthematik intensiver in den Blick genommen. Die Diskussion wurde vor allem von der Schulpädagogik aufgenommen. Mit Bezug auf interaktions- und handlungstheoretische Raumtheorien entsteht für Nugel „ein pädagogischer Raum erst durch die Aneignungspraxis der einzelnen Lernenden“ (Nugel). Auch für Löw konstituiert sich Raum erst „in der Wechselwirkung zwischen Handeln und Strukturen“ (Löw). Dies bedeutet, dass die Konstitution des pädagogischen Lernraums sowohl durch die Gestaltung, Möblierung und Raumorganisation definiert wird als auch durch das Agieren und (Sich-)Positionieren der Lernenden im Raum.

Ziel der Tagung ist es, zu beleuchten, wie sich Veränderungsprozesse von Lernwelten in der Gestaltung bzw. Inszenierung physischer bzw. digitaler Raumstrukturen abbilden und wie entsprechende Forschungszugänge gestaltet werden können.

02.03.2018    –    Hochschule der Medien Stuttgart, Raum S004
ab 11.00 Uhr Ankommen
11.30 Uhr Begrüßung
Richard Stang (Hochschule der Medien Stuttgart)
11.45 – 13.15 Uhr Block I – Raum(an)ordnungen und Materialität
Malte Ebner von Eschenbach (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) /
Philipp Mattern (Hans-Böckler-Stiftung)
In die ‚Raumfalle’ getappt? Methodologische Überlegungen zur Materialität in Kontexten bildungsbezogener RaumforschungEva-Christina Edinger (Universität Zürich)
„Should I stay or should I go?“ Widersprüchliche Environment BehaviourSettings in LernumgebungenKatja Ninnemann (SRH Hochschule Heidelberg)
Perspektiven der Lernraumgestaltung an Hochschulen. Der Paradigmenwechsel vom „Change Agent“ zum „Change Indicator“Moderation und Kommentierung: Katrin Kraus (Pädagogische Hochschule FHNW)
13.15 – 14.00 Uhr Mittagspause
14.00 – 15.00 Uhr Silke Schreiber-Barsch (Universität Hamburg) /
Gabriele Haar (Volkshochschule Osterholz-Scharmbeck / Hambergen / Schwanewede)
Inklusive Lernorte im Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis. Das Konzept der Inklusionsarchitekturen und das Bildungshaus im Campus für lebenslanges Lernen in Osterholz-ScharmbeckAndrea Dung (Hochschule Bremen)/ Bernd Ullrich (Technische Hochschule Köln)
Bildungswerkstatt. Architektur trifft DidaktikModeration und Kommentierung: Malte Ebner von Eschenbach (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)
15.00 – 15.30 Uhr Kaffeepause
15.30 – 17.00 Uhr Block II – Schauplätze oder Orte der Erwachsenenbildung
  Ulrike Gerdiken (Goethe Universität Frankfurt am Main)
Räume als handelnde Orte. Kirchenraumpädagogische Ansätze in der Aneignung von LernräumenMaria Stimm (Humboldt-Universität zu Berlin)
Science Slam. Zur räumlichen Hervorbringung einer erwachsenenpädagogischen Lernkultur im ‚Da-Zwischen’Esra Yeni / Nicole Starzmann / Oliver Küster / Ingeborg Schüßler (PH Ludwigsburg)
Gestaltung von sozialen (Lern-)Räumen und Auswirkungen auf die Entwicklung universitärer LernkulturenModeration und Kommentierung: Christian Bernhard-Skala (Bundesinstitut für Berufsbildung, Bonn)
17.15 – 18.15 Uhr Abendvorträge
  Roland Mangold (Hochschule der Medien Stuttgart)
Positive User Experience – Informationspsychologische Betrachtungen zum RaumerlebenFrank Thissen (Hochschule der Medien Stuttgart)
Lernen in virtuellen Lernräumen – Ersatz und ErweiterungModeration: Richard Stang (Hochschule der Medien Stuttgart)
19.00 – 20.00 Uhr Führung „Lern- und Forschungswelten der Hochschule der Medien“
ab 20.00 Uhr Gemeinsames Abendessen
03.03.2018    –    Hochschule der Medien Stuttgart, Raum S004
09.00 – 09.45 Uhr Vortrag mit Diskussion
  Richard Stang / Alexandra Becker (Hochschule der Medien Stuttgart)
Optionen und Grenzen der LernraumforschungModeration: Christian Bernhard-Skala (Bundesinstitut für Berufsbildung, Bonn)
09.45 – 10.45 Uhr Block III –Verortung der Lernwelt(en) für Erwachsene
  Franziska Bellinger (Universität Hamburg) / Ricarda Bolten (DIE Bonn)
Mediatisierte Lernwelten als Herausforderung für professionelles Handeln. Ein Plädoyer für die medienpädagogische Professionalisierung in der ErwachsenenbildungSarah E. Fehrmann (Universität zu Köln)
Das Gefängnis als Ort der ErwachsenenbildungModeration und Kommentierung: Silke Schreiber-Barsch (Universität Hamburg)
10.45 – 11.15 Uhr Kaffeepause
11.15– 12.15 Uhr Eva-Christina Edinger (Universität Zürich) /
Ricarda T.D. Reimer (Fachhochschule Nordwestschweiz Pädagogische Hochschule)
Augmented Learning. Lernräume überall und mittendrinTim Stanik (Eberhard Karls Universität Tübingen)
Die Einflüsse der symbolisch-institutionellen und der materiell-infrastrukturellen Raumdimensionen auf Beratungsprozesse in der ErwachsenenbildungModeration und Kommentierung: Dorit Günther (Technische Universität Kaiserslautern)
12.15 – 12.45 Uhr Mittagspause
12.45 – 14.00 Uhr Treffen AG Erwachsenenbildung und Raum

Programmteam

Christian Bernhard-Skala, Malte Ebner von Eschenbach, Katrin Kraus, Silke Schreiber-Barsch, Richard Stang

Tagungsbeitrag

Der Tagungsbeitrag ist gestaffelt: 20 Euro für Studierende und 40 Euro für alle anderen Gruppen.

Anmeldung & Abendprogramm

Die Anmeldung zur Tagung und zum gemeinsamen Abendessen (Selbstzahlung) ist in dem Reiter(Tab) „Anmeldung“bis zum 02.02.2018 möglich.

Anfahrt, Übernachtung & aktuelle Informationen

Weitere Informationen zur Anfahrt, Übernachtung und Aufenthalt in Stuttgart finden Sie unter dem Reiter (Tab)“Anreise & Übernachtung“

Kontakt

Prof. Dr. Richard Stang

Hochschule der Medien Stuttgart

University of Applied Sciences

Fakultät Information und Kommunikation

Nobelstraße 10

70569 Stuttgart

stang@hdm-stuttgart.de

www.hdm-stuttgart.de

www.learning-research.center

 

Die Hochschule der Medien in Stuttgart liegt auf dem Campus in Vaihingen in direkter Nähe zur Universität.

Ihr Weg zu uns:

ab Stuttgart Hauptbahnhof:

Vom Stuttgarter Hauptbahnhof nehmen Sie die S-Bahn Richtung Flughafen bzw. Filderstadt (S2, S3) bzw. Herrenberg (S1) bis zur Station „Universität“. Dort wenden Sie sich bitte zu dem Ausgang in Fahrtrichtung der S-Bahn (Wohngebiet Schranne und Edelbang) und nutzen den Ausgang „Universitätsbereich Nobelstraße“. Von dort können Sie eine Station mit den Buslinien 82, 84, 91,92 eine Haltestelle bis zur Haltestelle „Schranne/ Hochschule der Medien“ fahren oder Sie folgen zu Fuß geradeaus der Universitätsstraße, über den Pfaffenwaldring hinweg, bis zu der Haltestelle. Direkt hinter der Haltestelle führt Sie ein kleiner Pfad über Parkplätze und durch die Wohnheime zur Hochschule der Medien, die sich auf der linken Seite befindet.

ab Stuttgart Flughafen:

Vom Stuttgarter Fluhafen nehmen Sie die S-Bahn Richtung Bachnang oder Schorndorf (S2, S3) bzw. Kirchheim (S1) bis zur Station „Universität“. Dort wenden Sie sich bitte zu dem Ausgang entgegen der Fahrtrichtung der S-Bahn (Wohngebiet Schranne und Edelbang) und nutzen den Ausgang „Universitätsbereich Nobelstraße“. Von dort können Sie eine Station mit den Buslinien 82, 84, 91 oder 92 eine Station bis zur Haltestelle „Schranne/ Hochschule der Medien“ fahren oder Sie folgen zu Fuß geradeaus der Universitätsstraße, über den Pfaffenwaldring hinweg, bis zu der Haltestelle. Direkt hinter der Haltestelle führt Sie ein kleiner Pfad über Parkplätze und durch die Wohnheime zur Hochschule der Medien, die sich auf der linken Seite befindet.

mit dem PKW:

Hochschule der Medien

Nobelstraße 10

70569 Stuttgart

 

Am Autobahnkreuz Stuttgart Richtung Stuttgart fahren. An der Ausfahrt Universität links in die Universitätsstraße einbiegen, die in die Nobelstraße übergeht. Die Besucherparkplätze der Hochschule der Medien finden sich gegenüber der Hochschule.

 

 

In der Nähe der Hochschule der Medien Stuttgart finden Sie folgende Hotels:

  • Commundo Tagungshotel
    Universitätstraße 34
    70569 Stuttgart
    Tel: 08008330330
  • Theodoros Chatzitolios Hotel/ Pension
    Hauptstraße 82-84
    70563 Stuttgart
    Tel: 0711-17352264
  • Relaxa Waldhotel Schatten
    Magdstadterstraße 2
    70563 Stuttgart
    Tel: 0711-68670
  • HR Hotel Stuttgart
    Vollmoellerstraße 5
    70563 Stuttgart
    Tel: 040-7732780-0





 

digital storytelling 2017-08-20T12:52:58+00:00

Basierend auf Erkenntnissen der Hirnforschung (Damasio 1999) und weiteren interdisziplinären Studien hat sich die pädagogische Forschung im letzten Jahrzehnt verstärkt der Bedeutung von Emotionen für das Lernen zugewandt. Pekrun (Pekrun 1992), Astleitner (Astleitner 1999), Giessen (Giessen 2009) und andere konnten die sehr häufig unterschätzte Rolle menschlicher Emotionen auf Lernprozesse nachweisen, eine Bedeutung, die nach wie vor im Unterrichtsalltag und im E-Learning vernachlässigt wird. In diesem Zusammenhang wird auch zunehmend der Einfluss von Lernendengruppen (Siemens 2004)  und von Lernräumen (Eigenbrodt & Stang 2014) untersucht.

Auch die Erkenntnisse über die Bedeutung von Geschichten und Narrativität für die Erinnerung (Markowitsch & Welzer, 2005), Motivation und menschliche Selbstwahrnehmung (McAdams 1996) in Lernprozessen bieten hilfreiche Impulse für das institutionelle und informelle Lernen: Vor der Auseinandersetzung mit dem autobiographischen Gedächtnis (Markowitsch & Welzer, 2005), also der Fähigkeit des Menschen, Erinnerungen über das eigene Erleben zu speichern, wird deutlich, dass dazu Erzählungen eine entscheidende Rolle spielen, weil sie sowohl Erlebnisse semantisch bewerten als auch eine Kohärenz über unterschiedliche Situationen und Lebenslagen herstellen (2005, p. 43). Schacter (Schacter 2001) und Sacks (Sacks, Gunsteren, Sacks, & Sacks, 2010) haben nachgewiesen, dass die Klammer der Erinnerungen an biographische Erlebnisse jeweils die eigene Lebensgeschichte konstruiert und zu einer Gesamtheit werden lässt, die dem Individuum die Welt als sinnhaft, beständig, eindeutig und auch wertvoll erleben lässt. „Jeder von uns hat eine Lebensgeschichte, eine Art innerer Erzählung, deren Gehalt und Kontinuität unser Leben ist. Man könnte sagen, dass jeder von uns eine »Geschichte« konstruiert und lebt. Diese Geschichte sind wir selbst, sie ist unsere Identität.“ (2010, p. 154) Auch McAdams geht so weit, dass er das Leben eines Menschen als dessen eigene mythologische Erzählung beschreibt (McAdams 1996, p. 35), und den menschlichen Geist in seiner Grundstruktur als „narrative mind“ (1996, p. 28) versteht (Gardner & Drolshagen, 1989; Sarbin 1986; Landau 1984; Howard 1989; Landau 1984; Sarbin 1986).

Besonders interessant an diesem Merkmal ist die Tatsache, dass die Geschichten des erzählenden Geistes einen mythologischen Charakterhaben, also eine archaische Grundstruktur, die aus „symbolischen Episoden“ (Kotre 1998, S. 127) besteht, wie wir sie auch aus religiösen Geschichten, Romanen und Filmen kennen. Der Mythenforscher Joseph Campbell ist in seiner Analyse der Mythen der Menschheit (Campbell 1993) zu dem Ergebnis gekommen ist, dass es universelle Grundstrukturen in den mythologischen Erzählungen aller Völker und Kulturen der Welt gibt, die wir als Menschen miteinander teilen. Mythologie ist „eine innere Landkarte von Erfahrungswelten […], gezeichnet von Menschen, die sie bereist haben“ (Campbell 1994, S. 10). Diese Muster haben etwas mit unserer Ontologie zu tun, mit den existentiellen Erfahrungen von Geburt und Tod, Krankheit und Bedrohung, Glück und Trauer, Angst und Geborgenheit und der Frage nach dem Sinn des Lebens. Und genau diese Fragen tauchen in den Geschichten der Menschheit auf, unabhängig von Zeit, Ort und Kultur. Diese Geschichten werden verstanden, weil sie existentiellen Fragen behandeln, die alle Menschen miteinander teilen (Campbell 1996).

Vor diesem  Hintergrund setzt sich die pädagogische Forschung und Praxis  zunehmend mit der Frage auseinander, wie sich Geschichten in den Unterricht, ja überhaupt in Lernprozesse integrieren und effektiv nutzen lassen. So weist Giessen (Giessen 2009) auf die Bedeutung der Einbeziehung „emotionaler, handlungsorientierter, sozialer oder narrativer Methoden im Unterrichtsprozess“ (Giessen 2009, p. 7) hin und betont die Bedeutung der Narration auf Lernprozesse, die weit über ein Auswendiglernen hinausgehen und transferorientiertes Handlungswissen ermöglichen sollen. Neben der Tatsache, dass Methoden die die Freude am Lernen fördern, nachweislich ein nachhaltiges Lernen erwirken, werden zudem wichtige „Zukunfts- oder gar Alltagstechniken wie kollaboratives Arbeiten“ erworben, die „eine bessere Vorbereitung auf die Lebenswirklichkeit“ (Giessen 2009, p. 9) ermöglichen.

Domagk und Niegemann (Domagk & Niegemann, 2009) weisen in einem den Forschungsstand zusammenfassenden Artikel auf die hohe Relevanz der Bedeutung von Emotionen auf das Lernen hin und verweisen auf das große Potenzial von „serious games“ und „Storytelling“.

Elemente einer Geschichte

heldenreiseDer Mythenforscher Joseph Campbell hat sich intensiv mit Geschichten in unterschiedlichsten Kulturen auseinandergesetzt und kommt zu dem Ergebnis, dass die Struktur von Geschichten in allen Kulturen und zu allen Zeiten die gleiche ist: die Reise des Helden.

Es gibt immer einen Protagonisten, der auf irgendeine Weise einer Herausforderung begegnet, sei es eine Gefahr oder die Aussicht auf Belohnung, und der sich daraufhin auf eine Reise begibt und verschiedenste Abenteuer erlebt, bis er zu seinem Ziel kommt. Schließlich findet er den Schatz, die Prinzessin, das Elixier und kehrt damit verändert zurück. Christopher Vogler hat Campbells Analysen weiterentwickelt und kommt in seinem Buch The Writer´s Journey zu dem Schluss: »Derartige Geschichten spiegeln eben die Funktionsweise des menschlichen Geistes genau wider; sie sind getreue Pläne der Seele. […] Daraus ergibt sich die universelle Kraft solcher Geschichten. Von einer Geschichte, die dem Modell der Reise des Helden nachgebildet ist, geht etwas aus, das alle Menschen empfinden können, weil es dem universellen kollektiven Unterbewussten entspringt und universelle Befindlichkeiten widerspiegelt. In solchen Geschichten geht es immer wieder um die universellen, kindlichen Urfragen: Wer bin ich? Woher komme ich? Wohin gehe ich, wenn ich sterbe? Was ist gut, was ist böse? Und was hat das mit mir zu tun? Wie wird das Morgen aussehen? Und wohin ist das Gestern entschwunden? Gibt es sonst noch jemanden da draußen?« (Vogler, Die Odyssee des Drehbuchautors, S. 52)

Neben dem Helden – es kann auch eine Heldin oder eine Gruppe sein – gibt es in Geschichten auch weitere typische Charaktere, die für bestimmte Prinzipien stehen und die Geschichte vorantreiben. Da wäre beispielsweise der Widersacher (Antagonist), dessen Aufgabees ist, den Helden herauszufordern, ihn zum Handeln zu zwingen. Sehr häufig gibt es auch einen Mentor, eine Art Lehrer, der dem Helden wichtige Hinweise gibt und ihn väterlich begleitet. Eine weitere wichtige Figur ist der Schwellenhüter; er steht in wichtigen Situationen auf dem Weg und versucht, den Helden am Weitergehen zu hindern. Der Schwellenhüter steht für Widerstände und schwierige Situationen. Aber eigentlich will er besiegt und überwunden werden. Der Trickster ist die Figur, die gerne Unordnung in die Geschichte bringt. Er macht Späße, hat ein anarchisches Potenzial und stellt auch immer wieder Dinge infrage. Die Aufgabe des Tricksters ist es, einen Perspektivenwechsel zu ermöglichen, um eine Situation noch einmal aus einer ganz anderen Sicht zu betrachten. Der Chor kommentiert das Geschehen und bietet Erklärungen und Interpretationsmöglichkeiten an. Gefährten begleiten den Helden auf seinem Weg, stehen ihm bei und bieten wichtige Hilfe. Neben diesen hier angeführten Figuren gibt es noch einige weitere. Wichtig ist, dass die Figuren für Prinzipien stehen, die die Geschichte vorantreiben und uns als Rezipienten Identifikationsmöglichkeiten bieten.

Neben archetypischen Figuren gibt es in Geschichten auch immer wieder Orte, die eine bestimmte Funktion haben. Auch davon seien hier nur ein paar Beispiele genannt:

Das Heim des Helden ist sehr häufig der Rückzugsort, der der Erholung und Reflexion dient. Ein anderer Ort ist die Arena, in der der Kampf mit dem Gegner stattfindet. Die Wüste und der Dschungel stehen für ein schwieriges Gebiet der Reise und verwirren durch ihre Kargheit (Wüste) oder Üppigkeit (Dschungel). Die Brücke des Todes führt über ein tiefes Tal auf die andere Seite, die einen Fortgang der Geschichte markiert und für ein neues Niveau steht. Vor ihr steht sehr häufig einen Schwellenhüter. Auf dem Gipfel des Berges gibt es Klarheit und Erkenntnis, häufig auch die Begegnung mit Gott. Im tiefsten Verließ ist die Prinzessin gefangen oder der Schatz versteckt. In der Höhle des Löwen findet die Auseinandersetzung und der endgültige Kampf mit dem Bösewicht statt. Schließlich sei noch das Siegerpodest genannt, das für den Triumph des Helden steht.

Das Verständnis der Prinzipien und Zutaten einer Geschichte hilft uns dabei, eine Geschichte zu konstruieren. Indem wir eine Geschichte erfinden, können wir das, was gelernt werden soll, in diese integrierten und Lernern helfen, sich mit dem Lernstoff auseinanderzusetzen. Dabei geht es nicht nur um das Erlernen von Details, sondern vor allem um das Erkennen von Zusammenhängen, die Auseinandersetzung mit einer Thematik und der Reflexion.

Neben der Ebene, eine Geschichte dafür einzusetzen, sich mit einem Thema zu befassen, bietet die Geschichte noch eine zweite Dimension: Der Lernprozess selbst kann als Heldenreise verstanden werden, und das Schlüpfen in die Rolle eines Helden kann es Lernern erleichtern, sich mit schwierigen Situationen auseinanderzusetzen. Das Studium kann so eine andere Bedeutung erhalten und Schwierigkeiten lassen sich als Schwellenhüter verstehen, die es zu überwinden gilt, um ein neues Level zu erreichen. Auch die Figuren können einen didaktischen Charakter haben. Der Mentor als Berater ist dabei noch die eindeutigste Funktion.

Forschung zum mobilen Lernen im Innovation Lab 2017-08-20T12:53:35+00:00

Forschung zum mobilen Lernen im Innovation Lab

Die Veränderungen durch die Digitalisierung sämtlicher Lebensbereiche im 21. Jahrhundert stellen neue Herausforderungen und Anforderungen an Schulen. So gilt es, die für das 21. Jahrhundert notwendigen Kompetenzen – die sogenannten 21st Century Skills – als zentral zu erwerbende Kompetenzen in den Unterricht zu integrieren, zum anderen die Schüler auf die sich rapide verändernden Situationen von Lebenswelten angemessen vorzubereiten. Gleichzeitig sollen Schülerinnen und Schüler, in einer sich stetig verändernden Welt, Initiative und Verantwortung für sich und die Gemeinschaft übernehmen. Dazu müssen Informations- und Medienkompetenzen in der Schule ebenso erworben werden, wie Kompetenzen zur interdisziplinären Zusammenarbeit, zur Kommunikation und Auseinandersetzung mit komplexen interdisziplinären Aufgabenstellungen, aber auch Entrepreneurship und Empathie gilt es zu entwickeln.

Dies alles lässt sich mit den traditionellen Konzepten von Schule des Industriezeitalters nicht mehr bewerkstelligen und erfordert ein Neudenken von Schule als lernende Organisation, von Unterricht als einem Experimentallabor im Sinne des »Design Thinking«, von Methoden und von Lernräumen, sowohl physisch als auch virtuell.

Wie sollte Schule und Lernen sich vor diesem Hintergrund verändern?

Schule und Unterricht werden sich in den kommenden Jahren, auch durch den digitalen Wandel, stark verändern. Offene Lernszenarien und Selbstlernphasen in denen Schülerinnen und Schüler möglichst eigenverantwortlich lernen und arbeiten kommen dabei immer häufiger neben traditionellen Lehr- und Lernformen zum Einsatz. In dieser »neuen Lernkultur« verändert sich auch die Rolle der Lehrkräfte. Sie werden von Wissensvermittlern zunehmend zu Lernbegleitern, die Lernräume und Lernszenarien schaffen, sowie ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit und Individualisierung ermöglichen. Dabei spielt vor allem das kooperative und kollaborative Lernen eine große Rolle.

Digitale Medien können an dieser Stelle ein Schlüssel sein, diese Lernszenarien entscheidend und schülerzentriert zu unterstützen.

Welche Aufgaben übernimmt das Innovation-Lab in diesem Prozess?

Das Projekt soll neue, innovative Lernszenerien für das projektorientierte, nachhaltige und schüleraktivierende Lernen mit mobilen Gerätenentwickeln, bei denen auch der physische Lernraum neu gedacht wird. Die zu entwickelnden Szenarien, die in Kooperation mit der Hochschule der Medien definiert werden, sollen in zwei Lernräumen (Raum im Schulgebäude und Pavillon im Außenbereich der Schule) mit Schülerinnen und Schülern der Ernst Reuter Schule in Karlsruhe, Lehrkräften, Studierenden und Experten gemeinsam entwickelt, erprobt und evaluiert werden, um daraus weiterführende Lernszenerien zu generieren. Die Ergebnisse sollen publiziert und sowohl Schulen als auch der wissenschaftlichen Fachwelt zur Verfügung gestellt werden. Dabei soll das Konzept des »Design Based Research«-Ansatzes zum Einsatz kommen.

Zur Web Site des Innovation Labs

Die Zukunft der Lernwelt Hochschule 2017-08-20T12:54:18+00:00
Die Zukunft der Lernwelt Hochschule

Forschungsprojekt untersucht Strukturen und entwickelt Szenarien

Diesen Fragen geht ein dreijähriges Forschungsprojekt zur konzeptionellen Gestaltung der Lernwelt Hochschule nach. Prof. Dr. Richard Stang vom Learning Research Center der Hochschule der Medien Stuttgart (HdM) leitet das Projekt „Lernwelt Hochschule“, das in Zusammenarbeit mit der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg, der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation e.V. (DINI) realisiert wird. Gefördert wird dieses Projekt von der Dieter Schwarz Stiftung, die Vorhaben im Bereich Bildung und Wissenschaft unterstützt.

Ziel des Projekts ist es, eine Handreichung zu erstellen, die es Universitäten und Hochschulen ermöglicht, die jeweilige Lernwelt strategisch zu planen. Das Projekt untersucht zunächst die aktuelle Situation der Lernwelt Hochschule in Form von Befragungen und Experteninterviews sowie Fallstudien. Der Wandel vom „Lehren zum Lernen“ wird auch mit veränderten Organisationskonzepten verbunden sein: „In Zukunft wird entscheidend sein, die die Hochschule als ganzheitliche bzw. integrierte Lernwelt zu etablieren und nicht als segmentierte bzw. additive, wie es derzeit in den meisten Universitäten und Hochschulen in Deutschland der Fall ist.“, erläutert Prof. Stang die Zielrichtung des Forschungsprojekts.

http://www.dini.de
http://www.dieter-schwarz-stiftung.de

Projektteam
Prof. Dr. Richard Stang (Hochschule der Medien Stuttgart), Kontakt: stang@hdm-stuttgart.de
Alexandra Strahl (Hochschule der Medien Stuttgart), Kontakt: strahl@hdm-stuttgart.de
Aitana Gräbs Santiago (Hochschule der Medien Stuttgart), Kontakt: graebssantiago@hdm-stuttgart.de
Dr. Fabian Franke (Otto-Friedrich-Universität Bamberg), Kontakt: fabian.franke@uni-bamberg.de
Prof. Christine Gläser (Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg), Kontakt: christine.glaeser@haw-hamburg.de
Hans-Dieter Weckmann (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf / Deutsche Initiative für Netzwerkinformation e.V.), Kontakt: hd.weckmann@hhu.de

Lernwelten im Wandel – Bildungsstrukturen neu denken 2017-08-20T12:54:38+00:00

Publikation

Lernwelten im Wandel – Bildungsstrukturen neu denken

 

Die gesellschaftlichen Veränderungen erfordern Bildung im Kontext des Lebenslangen Ler-nens neu zu denken. Während international die Grenzen zwischen den Bildungsbereichen immer fluider werden, wird in Deutschland Bildung noch weitgehend unter der Perspektive von traditionellen institutionellen Strukturen betrachtet. Im Band „Lernwelten im Wandel“ wird auf der Basis der Analyse des state of the art und der Entwicklung in den Bereichen Universitäten/Hochschulen, Bibliotheken, Erwachsenenbildung/Weiterbildung und Bildungs-und Kulturzentren der Versuch unternommen, Anforderungen zu formulieren, wie zukünftige Lernwelten zu gestalten sind.

Der Pädagoge und Leiter des Learning Research Centers an der Hochschule der Medien Stuttgart, Prof. Dr. Richard Stang, entwirft einen Optionsraum Lebenslanges Lernen als „atmendes Bildungssystem“, das sich an individuellen Lern- und Bildungszugängen orientiert und flexible Übergänge ermöglicht. Er rückt die Lernenden in den Fokus seiner konzeptionellen Überlegungen und weniger die Institutionen. Zentrale Dimensionen der Veränderung sind für ihn:

• Vom Produkt zum Prozess
• Vom Lehren zum Lernen
• Vom Konsum zur Produktion
• Von der Lehrumgebung zur Lernumgebung
• Von der Addition zur Integration

Die Basis seiner Analyse liefert eine Auseinandersetzung mit den zentralen Begriffen Infor-mation, Wissen, Kompetenz, Lernen/Aneignung, Lehren/Vermittlung und Bildung. Dabei greift er die aktuellen Diskussionen auf und ordnet diese. Die Beschreibung der unterschied¬lichen Bildungsbereiche orientiert sich daran, jeweils deren Strukturen für die anderen Bil-dungsbereiche transparent zu machen. Damit legt er einen umfassenden Überblick über die aktuellen Entwicklungen dieser Bildungsbereiche vor.
Der Band liefert für alle, die in Bildungsinstitutionen, in Kommunal- und Hochschulverwaltun-gen sowie in der Politik in der Verantwortung stehen, Hinweise, wie die Zukunft von Bildung gestaltet werden könnte. Für Studierende liefert er Überblickswissen über die aktuelle Ent-wicklung sowie Trends im Bildungsbereich.

Richard Stang
Lernwelten im Wandel – Entwicklungen und Anforderungen bei der Gestaltung zukünftiger Lernumge-bungen
Berlin/Boston: Walter DeGruyter 2016, 243 S.

Der Flyer zum Download:
stang_lernwelten-im-wandelpdf-icon

Studierende der HdM gestalten school@LEARNTEC mit 2017-08-20T12:55:07+00:00
HdM goes LEARNTEC

Studierende der HdM gestalten school@LEARNTEC mit

 

Die gesellschaftlichen und technischen Herausforderungen erfordern auch in der Schule Veränderungen. Doch wie können diese aussehen und umgesetzt werden. Studierende aus den Studiengängen „Bibliotheks- und Informationsmanagement“, „Informationsdesign“, „Online-Medien-Management“ und „Wirtschaftsinformatik und digitale Medien“ der Hochschule der Medien Stuttgart (HdM) haben sich darüber Gedanken gemacht. Gemeinsam mit den Professoren Dr. Richard Stang und Dr. Frank Thissen präsentieren sie ihre Ergebnisse im Panel „Innovationen: Kritisch denken – Probleme lösen“ des Bereichs school@LEARNTEC.

Dabei werden nicht nur in den drei Themenbereichen „Die Schule der Zukunft gestalten“ (Dienstag, 24.01.2017, 14.00 – 17.00 Uhr), „Lernraum Schule – Individualisierung statt Standardisierung“ (Mittwoch, 25.01.2017, 14.00 – 17.00 Uhr) und „Mobiles und interaktives Lernen“ (Donnerstag, 26.01.2017, 14.00 – 17.00 Uhr) neue Perspektiven eröffnet, sondern die Studierenden werden den Messegästen während der gesamten LEARNTEC als Innovationslotsen zur Verfügung stehen.

 

Zusammen mit der LEARNTEC, Jürgen Luga (L.A. Multimedia) und der Firma VS Vereinigte Spezialmöbelfabriken, mit deren Möbel der Bereich gestaltet ist, wurde für school@LEARNTEC ein innovatives Präsentationsformat entwickelt, das auf Flexibilität und Improvisation setzt. Der Bereich wird sich während der gesamten Messezeit in seinen Präsentationsarrangements und Möblierungskonzepten verändern, so dass die Messegäste einen Eindruck erhalten können, wie schnell und flexibel Settings für verschiedene didaktische Anforderungen verändert werden können.

Projektteam der HoM

Projektteam der Hochschule der Medien

 

Möchten Sie mehr über Innovationen im Schulbereich erfahren oder die Konzepte der Studierenden kennenlernen oder sich auf Experimente einlassen? Dann besuchen Sie den Bereich school@LEARNTEC.

Den Twitteraccount mit Vorabinformationen und einem Überblick während der Messe finden Sie unter: https://twitter.com/hdmgoeslearntec.

Projektteam: Raschied Abu-Zarur, Nadine Adler, Claudia Bergmann, Ricarda Boley, Daniela Mei-Li Burkett, Sueva Chabenat, Alena Dauth, Hannah Eberl, Angela Hotz, Christian Huttel, Berkan Kara, Ayca Kinik, Neriman Kocak, Burak Kologlu, Karina Lehmann, Vincent Lenk, Lisa Mahnke, Anja Mallow, Alexandra May, Mario Meier, Vasileios Oikonomou, Sophie Öktem, Kateryna Prib, Nicole Reum, Eva Schnitzler, Daniel Urmetzer, Maria Weber, Nina Wieczorek, Yunus Yücel

Der Flyer zum Download:
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The Science of Effective Learning Spaces 2017-08-20T12:56:16+00:00

edutopia.org ist eine Stiftung von George Lucas, die sich mit der Zukunft von Schule, Didaktik und Lernräumen beschäftigt.
Am 14. Oktober 16 erschien dort ein interessanter Artikel über den Einfluß von Licht und Anordnung der Sitzelemente auf die Lernerfolge der Schüler.
The Science of Effective Learning Spaces

euroregionale Konferenz rund um das Thema Stadt und Region 2017-08-20T12:57:27+00:00

Die NKS EPALE Deutschland lädt zusammen mit den Kollegen aus den Niederlanden, Belgien und Luxemburg ein zur Konferenz „Erwachsenenbildung in Stadt und Region“ in Aachen am 8./9. September 2016. Sie knüpft damit an die wiederauflebende Diskussion um Lernende Städte und Lernende Regionen und Lernen vor Ort an und versucht, diese Diskussion aus der politischen Perspektive zu lösen, indem sie stärker die Sicht der Organisationen und Professionellen auf „ihre Stadt“ und „ihre Region“ ins Spiel bringt. Ebenso wird sie einen starken Erwachsenenbildungsblick einnehmen und die Diskussion um Stadt und Region europäisch ausrollen.

Die Konferenz wird in englischer Sprache stattfinden und fordert aktiv dazu auf eigene Projekte in Workshops oder am Projektemarkt zu präsentieren.

 

Die Ausschreibung finden Sie hier.

 

Projektbericht zu Lernraum-Begriffskonzepten 2017-08-20T12:58:21+00:00

Spachenübergreifendes Forschungsprojekt stellt Lernraumkonzepte und -begriffe gegenüber

von Stefan Volkmann

 

Unabhängig vom institutionellen oder sprachlichen Kontext fehlt dem wissenschaftlichen Lernortdiskurs in vielen Bereichen ein klares Vokabular (Volkmann & Stang, 2015). Um eine Grundlage für Lösungsansätze zu schaffen, wurde das breite Spektrum an Lernortbegriffen und -konzepten in einer Projektrecherche im englischen und deutschen Sprachraum untersucht.

Dabei zeigte sich, das eine Vielzahl der Begriffe einem ‚Angebot-Form‘ Schema unterliegen. Gestaltungstechnisch und didaktisch lässt sich also vieles aus den Begriffen selbst herauslesen – einzig über die organisatorische Dimension des Lernorts kann keine genaue Aussage gemacht werden. Durch ungleiche Nutzung ist die denotative Bedeutungsfeststellung der Begriffe nicht immer möglich.

Häufig werden sie aber sehr ähnlich behandelt und interpretiert, und das sprachen- und länderübergreifend. Andererseits wird bei vielen Begrifflichkeiten klar, dass es sich um einen Expertendiskurs und ein Fachvokabular handelt, die zur Öffentlichkeitswirksamkeit einen kundenverständlicheren Gegenbegriff benötigen.

Zur wissenschaftlichen Systematisierung der verschiedenen Lernort-Begriffe gibt diese explorative Studie einen Einblick in die konnotative Definitions- und Benutzungsvielfalt gängiger Bezeichnungen. Die Sprachen Englisch und Deutsch wurden dabei abgedeckt, und Begriffe, wie Arrangement / Setting ; Ort / Place ; Raum / Space ; Umgebung / Environment ; Landschaft Landscape ; Welt / World ; Punkt / Point ; Atelier ; Studio ; Lab & Labore ; Campus ; Makerspaces, Hackerspaces, Fablabs, Coworking ; Mediathek, Médiathèque ; Zentrum / Center ; Information Commons & Learning Commons ; Hubs & community hubs ; und Eigennamen bei Lernzentren. Ein umfassendes Literaturverzeichnis verweist auf prominente Anführungen und Deutungen der Begriffe in der Literatur.

 

Projektbericht Begriffskonzepte Lernwelten

 

Buchveröffentlichung: Raum für Bildung 2017-08-20T13:02:36+00:00

Buchveröffentlichung

 

Raum für Bildung

 

Subjekte bewegen sich und handeln in räumlichen Kontexten und konstituieren in ihrem Handeln Räume. Dies gilt auch für das Lernen von Erwachsenen und das professionelle Handeln in der Erwachsenenbildung. Dennoch blieb der systematische Einbezug von Raumaspekten in die Erwachsenenbildungsforschung bisher eine Randerscheinung. Prof. Dr. Richard Stang hat als Herausgeber zusammen mit Christian Bernhard (Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung), Prof. Dr. Katrin Kraus (Fachhochschule Nordwestschweiz Pädagogische Hochschule) und Jun.-Prof. Dr. Silke Schreiber-Barsch (Universität Hamburg) mit dem Band „Erwachsenenbildung und Raum“ dieses Thema in den Fokus gerückt.

 

Der Band bündelt relevante Theoriediskurse, fasst aktuelle Forschungsergebnisse zusammen und liefert theoretische Fundierungen. Die Auseinandersetzung mit der Kategorie Raum in der Erwachsenenbildung erfolgt im vorliegenden Band nicht nur im Hinblick auf den physischen Lernort, sondern auch bezogen auf den Sozialraum, den digitalen Raum und den regionalen Kontext. Durch die Verschränkung der verschiedenen Perspektiven gelingt es, den Raumdiskurs in der Erwachsenenbildung aufzunehmen, die Bedeutung der Raum-Thematik für die Praxis und den wissenschaftlichen Diskurs zu „vermessen“ sowie grundlegende Forschungs- und Entwicklungsbedarfe aufzuzeigen.

 

 

Christian Bernhard, Katrin Kraus, Silke Schreiber-Barsch, Richard Stang (Hrsg.): Erwachsenenbildung und Raum. Theoretische Perspektiven – professionelles Handeln – Rahmungen des Lernens. Bielefeld: wbv 2015, 235 Seiten, 34,90 Euro