Physische Lernräume 2017-08-04T11:08:43+00:00

Physische Lernräume

In den modernen Wissens- und Informationsgesellschaften erhält Bildung einen immer größeren Stellenwert.
Das lebenslange Lernen ist zur Grundlage gesellschaftlicher Entwicklung geworden. Die Bedeutung von Bildung- und Kultureinrichtungen als Lernorte haben in Anbetracht dieser Bedeutung eine neue Relevanz erhalten. Dabei geht es nicht nur darum, Lernsettings didaktisch-methodisch zu gestalten, sondern auch darum, informelles Lernen auch räumlich zu unterstützen. Immer mehr Bildungs- und Kultureinrichtungen haben sich auf den Weg gemacht, Lernangebote auch räumlich neu zu präsentieren. Dabei steht häufig der physische Raum im Zentrum. Allerdings wird er noch zu selten als eine zentrale Dimension der Gestaltung von Lehr-/Lern-Settings gesehen.

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De Tweede Verdieping in Nieuwegein.
(Bildquelle: Richard Stang)
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Das LearnerLab der HdM als Eventraum genutzt.
(Bildquelle: Richard Stang)
Das Learning-Research-Center beschäftigt sich mit der Fragestellung, wie physische Lernräume in Zukunft aussehen werden. Raumorganisation oder die organisatorische Strukturierung von Lernlandschaften – sei es im kommunalen Kontext oder im Kontext wissenschaftlicher Campusstrukturen – werden vor allem vor dem Hintergrund in den Blick genommen wie veränderte Gebäudekonzepte, Raumkonzepte, Möblierungskonzepte, Vernetzungsstrukturen usw. gestaltet werden können.
Die Gestaltung von Lernräumen erhält in Anbetracht verschiedener Lernzugänge und Lernmethoden eine immer größere Re­levanz bei Neu- und Umbauten in Schulen, Weiterbildungseinrichtungen, Hochschulen und Bibliotheken.
Dieser Thematik hat sich das Learning-Research-Center im Rahmen einer Laboranordnung zugewandt. So wurden zum Beispiel im Rahmen des Projektes „LearnerLab“ flexible Rauminszenierungen für Lernen erforscht. Ausgangspunkt für die Forschungskooperation mit der Firma VS Vereinigte Spezialmöbelfabriken aus Tauberbischofsheim war ein gemeinsam konzipiertes LearnerLab in der Hochschule der Medien Stuttgart, das von 2011 bis 2014 im Zentrum der Forschung stand.
Ab 2015 wird es eine größere Fläche für die HdM-Lernwelt geben, in der die Forschungsarbeiten weitergeführt werden.

Die Zukunft der Lernwelt Hochschule

Die Zukunft der Lernwelt Hochschule

Forschungsprojekt untersucht Strukturen und entwickelt Szenarien

Diesen Fragen geht ein dreijähriges Forschungsprojekt zur konzeptionellen Gestaltung der Lernwelt Hochschule nach. Prof. Dr. Richard Stang vom Learning Research Center der Hochschule der Medien Stuttgart (HdM) leitet das Projekt „Lernwelt Hochschule“, das in Zusammenarbeit mit der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg, der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation e.V. (DINI) realisiert wird. Gefördert wird dieses Projekt von der Dieter Schwarz Stiftung, die Vorhaben im Bereich Bildung und Wissenschaft unterstützt.

Ziel des Projekts ist es, eine Handreichung zu erstellen, die es Universitäten und Hochschulen ermöglicht, die jeweilige Lernwelt strategisch zu planen. Das Projekt untersucht zunächst die aktuelle Situation der Lernwelt Hochschule in Form von Befragungen und Experteninterviews sowie Fallstudien. Der Wandel vom „Lehren zum Lernen“ wird auch mit veränderten Organisationskonzepten verbunden sein: „In Zukunft wird entscheidend sein, die die Hochschule als ganzheitliche bzw. integrierte Lernwelt zu etablieren und nicht als segmentierte bzw. additive, wie es derzeit in den meisten Universitäten und Hochschulen in Deutschland der Fall ist.“, erläutert Prof. Stang die Zielrichtung des Forschungsprojekts.

http://www.dini.de
http://www.dieter-schwarz-stiftung.de

Projektteam
Prof. Dr. Richard Stang (Hochschule der Medien Stuttgart), Kontakt: stang@hdm-stuttgart.de
Alexandra Strahl (Hochschule der Medien Stuttgart), Kontakt: strahl@hdm-stuttgart.de
Aitana Gräbs Santiago (Hochschule der Medien Stuttgart), Kontakt: graebssantiago@hdm-stuttgart.de
Dr. Fabian Franke (Otto-Friedrich-Universität Bamberg), Kontakt: fabian.franke@uni-bamberg.de
Prof. Christine Gläser (Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg), Kontakt: christine.glaeser@haw-hamburg.de
Hans-Dieter Weckmann (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf / Deutsche Initiative für Netzwerkinformation e.V.), Kontakt: hd.weckmann@hhu.de

Lernwelten im Wandel – Bildungsstrukturen neu denken

Publikation

Lernwelten im Wandel – Bildungsstrukturen neu denken

Die gesellschaftlichen Veränderungen erfordern Bildung im Kontext des Lebenslangen Ler-nens neu zu denken. Während international die Grenzen zwischen den Bildungsbereichen immer fluider werden, wird in Deutschland Bildung noch weitgehend unter der Perspektive von traditionellen institutionellen Strukturen betrachtet. Im Band „Lernwelten im Wandel“ wird auf der Basis der Analyse des state of the art und der Entwicklung in den Bereichen Universitäten/Hochschulen, Bibliotheken, Erwachsenenbildung/Weiterbildung und Bildungs-und Kulturzentren der Versuch unternommen, Anforderungen zu formulieren, wie zukünftige Lernwelten zu gestalten sind.

Der Pädagoge und Leiter des Learning Research Centers an der Hochschule der Medien Stuttgart, Prof. Dr. Richard Stang, entwirft einen Optionsraum Lebenslanges Lernen als „atmendes Bildungssystem“, das sich an individuellen Lern- und Bildungszugängen orientiert und flexible Übergänge ermöglicht. Er rückt die Lernenden in den Fokus seiner konzeptionellen Überlegungen und weniger die Institutionen. Zentrale Dimensionen der Veränderung sind für ihn:

• Vom Produkt zum Prozess
• Vom Lehren zum Lernen
• Vom Konsum zur Produktion
• Von der Lehrumgebung zur Lernumgebung
• Von der Addition zur Integration
Die Basis seiner Analyse liefert eine Auseinandersetzung mit den zentralen Begriffen Infor-mation, Wissen, Kompetenz, Lernen/Aneignung, Lehren/Vermittlung und Bildung. Dabei greift er die aktuellen Diskussionen auf und ordnet diese. Die Beschreibung der unterschied¬lichen Bildungsbereiche orientiert sich daran, jeweils deren Strukturen für die anderen Bil-dungsbereiche transparent zu machen. Damit legt er einen umfassenden Überblick über die aktuellen Entwicklungen dieser Bildungsbereiche vor.
Der Band liefert für alle, die in Bildungsinstitutionen, in Kommunal- und Hochschulverwaltun-gen sowie in der Politik in der Verantwortung stehen, Hinweise, wie die Zukunft von Bildung gestaltet werden könnte. Für Studierende liefert er Überblickswissen über die aktuelle Ent-wicklung sowie Trends im Bildungsbereich.

Richard Stang
Lernwelten im Wandel – Entwicklungen und Anforderungen bei der Gestaltung zukünftiger Lernumge-bungen
Berlin/Boston: Walter DeGruyter 2016, 243 S.

Der Flyer zum Download:
stang_lernwelten-im-wandelpdf-icon

Studierende der HdM gestalten school@LEARNTEC mit

HdM goes LEARNTEC

Studierende der HdM gestalten school@LEARNTEC mit

Die gesellschaftlichen und technischen Herausforderungen erfordern auch in der Schule Veränderungen. Doch wie können diese aussehen und umgesetzt werden. Studierende aus den Studiengängen „Bibliotheks- und Informationsmanagement“, „Informationsdesign“, „Online-Medien-Management“ und „Wirtschaftsinformatik und digitale Medien“ der Hochschule der Medien Stuttgart (HdM) haben sich darüber Gedanken gemacht. Gemeinsam mit den Professoren Dr. Richard Stang und Dr. Frank Thissen präsentieren sie ihre Ergebnisse im Panel „Innovationen: Kritisch denken – Probleme lösen“ des Bereichs school@LEARNTEC.

Dabei werden nicht nur in den drei Themenbereichen „Die Schule der Zukunft gestalten“ (Dienstag, 24.01.2017, 14.00 – 17.00 Uhr), „Lernraum Schule – Individualisierung statt Standardisierung“ (Mittwoch, 25.01.2017, 14.00 – 17.00 Uhr) und „Mobiles und interaktives Lernen“ (Donnerstag, 26.01.2017, 14.00 – 17.00 Uhr) neue Perspektiven eröffnet, sondern die Studierenden werden den Messegästen während der gesamten LEARNTEC als Innovationslotsen zur Verfügung stehen.

Zusammen mit der LEARNTEC, Jürgen Luga (L.A. Multimedia) und der Firma VS Vereinigte Spezialmöbelfabriken, mit deren Möbel der Bereich gestaltet ist, wurde für school@LEARNTEC ein innovatives Präsentationsformat entwickelt, das auf Flexibilität und Improvisation setzt. Der Bereich wird sich während der gesamten Messezeit in seinen Präsentationsarrangements und Möblierungskonzepten verändern, so dass die Messegäste einen Eindruck erhalten können, wie schnell und flexibel Settings für verschiedene didaktische Anforderungen verändert werden können.

Projektteam der HoM

Projektteam der Hochschule der Medien

Möchten Sie mehr über Innovationen im Schulbereich erfahren oder die Konzepte der Studierenden kennenlernen oder sich auf Experimente einlassen? Dann besuchen Sie den Bereich school@LEARNTEC.

Den Twitteraccount mit Vorabinformationen und einem Überblick während der Messe finden Sie unter: https://twitter.com/hdmgoeslearntec.

Projektteam: Raschied Abu-Zarur, Nadine Adler, Claudia Bergmann, Ricarda Boley, Daniela Mei-Li Burkett, Sueva Chabenat, Alena Dauth, Hannah Eberl, Angela Hotz, Christian Huttel, Berkan Kara, Ayca Kinik, Neriman Kocak, Burak Kologlu, Karina Lehmann, Vincent Lenk, Lisa Mahnke, Anja Mallow, Alexandra May, Mario Meier, Vasileios Oikonomou, Sophie Öktem, Kateryna Prib, Nicole Reum, Eva Schnitzler, Daniel Urmetzer, Maria Weber, Nina Wieczorek, Yunus Yücel

Der Flyer zum Download:
hdm-goes-learntecpdf-icon

Buchveröffentlichung: Raum für Bildung

Buchveröffentlichung

 

Raum für Bildung

Subjekte bewegen sich und handeln in räumlichen Kontexten und konstituieren in ihrem Handeln Räume. Dies gilt auch für das Lernen von Erwachsenen und das professionelle Handeln in der Erwachsenenbildung. Dennoch blieb der systematische Einbezug von Raumaspekten in die Erwachsenenbildungsforschung bisher eine Randerscheinung. Prof. Dr. Richard Stang hat als Herausgeber zusammen mit Christian Bernhard (Nationale Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung), Prof. Dr. Katrin Kraus (Fachhochschule Nordwestschweiz Pädagogische Hochschule) und Jun.-Prof. Dr. Silke Schreiber-Barsch (Universität Hamburg) mit dem Band „Erwachsenenbildung und Raum“ dieses Thema in den Fokus gerückt.

Der Band bündelt relevante Theoriediskurse, fasst aktuelle Forschungsergebnisse zusammen und liefert theoretische Fundierungen. Die Auseinandersetzung mit der Kategorie Raum in der Erwachsenenbildung erfolgt im vorliegenden Band nicht nur im Hinblick auf den physischen Lernort, sondern auch bezogen auf den Sozialraum, den digitalen Raum und den regionalen Kontext. Durch die Verschränkung der verschiedenen Perspektiven gelingt es, den Raumdiskurs in der Erwachsenenbildung aufzunehmen, die Bedeutung der Raum-Thematik für die Praxis und den wissenschaftlichen Diskurs zu „vermessen“ sowie grundlegende Forschungs- und Entwicklungsbedarfe aufzuzeigen.

 

Christian Bernhard, Katrin Kraus, Silke Schreiber-Barsch, Richard Stang (Hrsg.): Erwachsenenbildung und Raum. Theoretische Perspektiven – professionelles Handeln – Rahmungen des Lernens. Bielefeld: wbv 2015, 235 Seiten, 34,90 Euro

Perspektiven für Bildung

Perspektiven für Bildung

Fachtagung „Bildungswege gestalten“ am 12. und 13. November 2015 in Nürnberg

Vom 12. bis 13. November 2015 wird Nürnberg zum Treffpunkt für kommunale Entscheidungsträgerinnen und -träger sowie Expertinnen und Experten der Weiterbildung und des Bibliothekswesens aus ganz Deutschland. Auf der Fachtagung „Bildungswege gestalten – Neue Wege der Vernetzung in der kommunalen Bildungslandschaft “ werden neue Wege der Vernetzung in der kommunalen Bildungslandschaft vorgestellt und diskutiert.

Steht der lernende Mensch und damit die Bildungsbiographie der Bürgerinnen und Bürger im Fokus, ist ein Perspektivenwechsel nötig: Es ist die Aufgabe der Institutionen, intensiver, systematischer und zielgerichteter zu kooperieren. Für die Stadt bedeutet das, sich als kommunale Bildungslandschaft zu begreifen, bei der sich die Angebote vor Ort als Teil eines Systems zur Unterstützung des lernenden Menschen sehen. Die Fachtagung thematisiert den Zusammenhang von lebenslangem Lernen, der Vielzahl von Lernorten und deren wirksamer Vernetzung.

Namhafte Referentinnen und Referenten aus der Wissenschaft stellen dazu aktuelle Forschungsergebnisse vor, Fachleute aus der Praxis berichten über konkrete Modelle der Zusammenarbeit aus unterschiedlichen Städten.

Rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem deutschsprachigen Raum werden zur zweitägigen Fachtagung erwartet, die vom Bildungscampus der Stadt Nürnberg in Kooperation mit der Hochschule der Medien, Stuttgart (www.hdm-stuttgart.de; www.learning-research.center) und dem Deutschen Institut für Erwachsenenbildung, Bonn, (www.die-bonn.de) ausgerichtet wird. Das gesamte Programm sowie das Anmeldeformular stehen unter www.bz.nuernberg.de zur Verfügung

Fachtagung „Bildungswege gestalten“ 12/13 Nov. 2015 in Nürnberg

Fachtagung des Bildungscampus Nürnberg

Als Mitveranstalter weisen wir auf folgende Veranstaltung hin:

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weitere Informationen finden Sie hier: Bildungscampus Nürnberg

Bildungsorientierte Stadtentwicklung als Herausforderung

Tagung „Rein in die Stadt!?“

Bildungsorientierte Stadtentwicklung als Herausforderung

Lernräume in der Großstadt und der urbanen Peripherie standen im Zentrum der Tagung „Rein in die Stadt!?“ der Arbeitsgruppe „Erwachsenenbildung und Raum“, die am 20./21. Februar 2015 an der Universität Hamburg stattfand. Ziel der Tagung und der Arbeitsgruppe war es, Forschungszusammenhänge und -ergebnisse zum Thema Raum zu diskutieren. Grundlegende Fragestellungen richteten sich beispielsweise auf die Konsequenzen von Raumkonzepten für die wissenschaftliche Theoriebildung und für die professionelle erwachsenen-/ pädagogische Praxis; oder auch auf bildungstheoretische und methodische Folgerungen aus dem jeweiligen Raumbegriff für die Forschung in der Erwachsenenbildung / Weiterbildung.

Prof. Dr. Richard Stang – Vortrag neue Bildungszentrem
(Bildquelle: Emma Fawcett ,Universität Hamburg)

Zugänge, die auf der Tagung im Zentrum standen, waren:

  • Strukturen (Raum, in dem der Mensch lebt)
  • Wahrnehmung (Raum, den der Mensch erlebt)
  • Handeln (Raum, den der Mensch lebt)

Die von Silke Schreiber Barsch und Rosa Bracker (beide Universität Hamburg) organisierte Fachtagung lieferte vielfältige Perspektiven auf die Thematik. Malte Ebner von Eschenbach (Universität Potsdam) lotete das Verhältnis von Sozialökologie und einem relationalen Raumverständnis aus.
Claudia Tunsch (Universität Göttingen) stellte ein bildungstheoretisches Raum-Analyse-Modell vor. Das Zusammenspiel von Planung, Gestaltung und Aneignung pädagogischer Räume stand im Zentrum der Überlegungen von Katrin Kraus (Pädagogische Hochschule FH Nordwestschweiz).
Alternative Lern-Handlungsräume nahm Jana Trumann (Universität Duisburg-Essen) in den Blick. Die Problematik von Forschung im Rahmen kommunaler Interessen wurde von Bernd Käpplinger und Svenja Krämer (Humboldt Universität zu Berlin) thematisiert. Richard Stang (Hochschule der Medien Stuttgart) eröffnete Perspektiven für eine bildungsorientierte Stadtentwicklung, die besonders mit neuen Bildungs- und Kulturzentren Ankerpunkte für das lebenslange Lernen in Kommunen setzt.

International haben sich viele Städte auf den Weg gemacht, neue Raumangebote für das Lernen zu gestalten. Anhand von Beispielen wurden Ansätze einer bildungsorientierten Stadtentwicklung vorgestellt. Doch fehlt es bislang an einem strategischen Konzept, wie unter Bildungsperspektive Stadtentwicklung betrieben werden kann.

Gerahmt wurde das Programm durch zwei übergreifende Vorträge mit starkem Bezug zur Hamburg. Hannelore Faulstich-Wieland (Universität Hamburg) stellte das Werk der Forscherin Martha Muchow vor, die sich an der Universität Hamburg in den 1920/30er Jahren intensiv mit dem Lebensraum des Großstadtkindes beschäftigte (http://blogs.epb.uni-hamburg.de/marthamuchow). Nachdem sie 1933 auf Betreiben der Nationalsozialisten alle Ämter an der Universität verlor, verübte sie Suizid. Peter Faulstich zeigte in seinem Vortrag anhand der Auseinandersetzungen um die „Rote Flora“ in Hamburg auf, wie Raumkonflikte als Lernimpulse dienen können.
Auf der Fachtagung wurde deutlich, dass das Verhältnis von Raum und Bildung immer stärker in den pädagogischen Forschungsfokus rückt. Vor diesem Hintergrund erstaunt es auch nicht, dass der Kongress der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) 2016 „Räume für Bildung – Räume der Bildung“ zum Thema hat (http://www.dgfe.de/dgfe-kongresse.html).

Siegerentwurf für Bildungshaus Wolfsburg vorgestellt

Siegerentwurf für das Bildungshaus Wolfsburg vorgestellt

Seit Mitte 2011 berät Prof. Dr. Richard Stang (HdM) die Stadt Wolfsburg bei der Entwicklung des Konzeptes für das neue Bildungshaus, in dem die Volkshochschule, die Stadtbibliothek, das Medienzentrum und die Oberstufe der Neuen Schule Wolfsburg räumlich zusammengeführt werden. Als zentrale Konzeptidee wurde dabei eine inhaltliche Integration der einzelnen Bereiche.
Die Räume der Volkshochschule und die Bibliotheksflächen werden nicht mehr voneinander separiert, sondern bilden eine Einheit. Die Teilnehmenden der Volkshochschule werden die Kursräume in thematischen Arealen finden, in denen die Bibliothek ihre Medien präsentiert.

Das Bildungshaus in Wolfsburg.
(Bildquelle: Stadt Wolfsburg)

Dieses inhaltliche Konzept stellte auch die große Herausforderung des Architektenwettbewerbs dar, an dem Richard Stang als Fachberater beteiligt war.

Am 26.01.2015 wurde nun der Gewinnerentwurf für das künftige Bildungshaus in Wolfsburg vorgestellt.

Das in Helsinki ansässige Architekturbüro Esa Ruskeepää Architects und die Landschaftsarchitekten Fugmann Janotta Landscape Architecture aus Berlin werden das Gebäude am Klieversberg am Eingang zur Stadt entwerfen.

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Entwurf des Bildunghauses in Wolfsburg.
(Bildquelle: Stadt Wolfburg)

Im Bildungshaus soll auf rund 16.500 Quadratmetern Fläche ein innovativer, vernetzter Lernort gestaltet werden, der für die Entwicklung kommunaler Bildungs- und Kulturzentren als Prototyp angesehen werden kann.

Das siegreiche Team überzeugt mit seinem Entwurf, der in seiner städtebaulichen Positionierung und architektonischen Anmutung der hohen Bedeutung für die Stadt vollauf gerecht wird. Die außergewöhnliche Bepflanzung im und am Haus wird durch Tita Giese Pflanzenprojekte aus Düsseldorf erarbeitet.

Dem 34-jährigen Architekten Esa Ruskeepää gelingt es, die vielfältigen Anforderungen der Nutzer in eine überzeugende Raumstruktur und Atmosphäre zu übersetzen, die der Bildungshaus-Idee uneingeschränkt entspricht. Die Struktur des Hauses ermöglicht eine barrierefreie Wegeführung und Orientierung. Sie verspricht zudem eine langfristige Nutzungsflexibilität.

Vorausgegangen war im vergangenen Jahr zunächst ein zweiphasiger Planungswettbewerb. Die Jury wählte aus insgesamt 112 Entwürfen drei Siegerentwürfe aus. Im Sommer 2014 schloss sich ein Verhandlungsverfahren an, bei dem die drei ausgewählten Büros die Chance hatten, ihre Idee zum Bildungshaus weiter auszuarbeiten.

Der Siegerentwurf liefert eine sehr gute Basis, dem Neuland, das wir mit der konzeptionellen Idee betreten haben, den baulichen Rahmen zu liefern“, bewertet Richard Stang die Entscheidung. „Bildung wird in Zukunft nicht nur inhaltlich, sondern auch räumlich neu zu denken sein, da die Integration digitaler Medien eine immer größere Herausforderung darstellen wird; und dies bei gleichzeitig stärker werdendem Interesse der Lernenden, sich in physischen Lern- und Kommunikationsräumen aufzuhalten und mit anderen zu kommunizieren“ prognostiziert Richard Stang vor dem Hintergrund seiner Ergebnisse, die er im „Learning Research Center“ erarbeitet hat. Im Rahmen seiner Forschungsarbeiten berät er Kommunen bei der Entwicklung neuer Bildungs- und Kulturzentren.

»Formierungen von Wissensräumen« erschienen

In der Debatte um die Wissensgesellschaft werden räumliche Aspekte der öffentlichen Zugänglichkeit zu Information oft vernachlässigt, auch wenn längst anerkannt ist, dass Zugang nicht allein durch technischen Anschluss gewährleistet ist. Bibliotheken und Archive stehen vor der Herausforderung, sich in ihren bestehenden oder in neuen Gebäuden weiterzuentwickeln, um vor dem Hintergrund der Konvergenz verschiedener Informationsmedien und -inhalte dieTrennung physischer und digitaler Informationsräume zu überwinden und eine bidirektionale Zugänglichkeit zu gewährleisten. Der Band “Formierungen von Wissensräumen” lotet aus Sicht von Wissenschaft, Architektur, Zivilgesellschaft und Bibliotheks- und Informationspraxis aus, welchen Beitrag Institutionen der räumlich gebundenen Informationsvermittlung wie Bibliotheken und Archive zur öffentlichen Zugänglichkeit von Information bereits leisten und in Zukunft leisten können.

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Olaf Eigenbrodt, Richard Stang (Hrsg.):Formierung von Wissenräumen
Olaf Eigenbrodt, Richard Stang (Hrsg.):
Formierung von Wissensräumen

Vortrag im Rahmen des Symposium „Der Raum als 3. Pädagoge“

Der Fokus dieses Symposiums lag auf der Gestaltung von Lernräumen. Wie können Schulbauten bedarfsgerecht gestaltet werden und wie kann das Lernen und Lehren darin gestalten? Doch nicht jede Bildungseinrichtung kann „mal eben“ neu bauen.
Wie kann man bestehende Bauten aufbrechen – einer bedarfsgerechten Nutzung zuführen?
Die Veränderung des Raumes bedingt auch eine Veränderung des Unterrichts. Es findet ein Wandel zum lernenden-zentrierten Unterricht hin statt.
Wie ein solches Unterfangen gelingen kann zeigt Richard Stang in seinem Vortrag „Lernwelten der Zukunft„.

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Richard Stang; Video:“Lernwelt der Zukunft.“
(Bildquelle: Christina Steininger)

Neue Datenbank macht den globalen Trend greifbar!

Learning Spaces – Lernwelten.“ Neue Datenbank macht den globalen Trend greifbar

von Stefan Volkmann

‚Learning Spaces‘ sind in aller Munde, aber in der Praxis fehlt es vielen Einrichtungen und Praktikern an Erfahrung und Methodenkenntnis – speziell in Deutschland. Innovative Räume auf den Lerner zuzuschneiden, sie innerhalb der Institution durchzusetzen, und organisatorisch, wie auch pädagogisch sinnvoll zu etablieren, wie es im angloamerikanischen Raum passiert, ist hierzulande noch eine Herausforderung. Über ein Jahr Recherchearbeit hat Prof. Dr. Richard Stang daher in das Projekt „Learning Spaces – Lernwelten“ gesteckt, und die größte bibliographische Datenbank zum Thema hervorgebracht, um der Praxis den benötigten Zugang zu Werkzeugen und Best Practice zu verschaffen.

Die Datenbank besticht nicht nur wegen ihrer schieren Größe von über 1700 Dokumenten, sondern auch durch ihrem weltweit einzigartigen internationalen und interinstitutionellen Sammelschwerpunkt. Deutsche und englische Publikationen und Projekte sind fast vollständig dokumentiert und werden laufend aktualisiert; der skandinavische Raum ist stark erschlossen. Erfahrungen aus Schulen und Universitäten dieser Regionen sind großzügig vertreten, aber auch Bibliotheken, Volkshochschulen und Museen. Von Gestaltungsanregungen bis hin zu Evaluationsmethoden ist der gesamte Projektkreislauf abgebildet.

Learning Spaces – Lernwelten“ bietet weitaus mehr als nur eine aktuelle Übersicht zu globalen Trends in der Lernortentwicklung. Durch die Aufhebung von Landes- und Institutionsgrenzen werden einzigartige Synergien sichtbar. Außerhalb Deutschlands kennt man das Konzept der Räumlichen Integration mehrerer Bildungseinrichtungen kaum – umgekehrt können wir viel von der gesellschaftlichen Einbindung von Lernräumen in Skandinavien, oder den campusweiten Dienstleistungspartnerschaften in den USA und England lernen. Vermutlich gibt es für die Probleme, die wir hierzulande verspüren, bereits im Nachbarland eine kreative Lösung! Über „Learning Space – Lernwelten“ kann sie gefunden werden.

Mit einem Schwerpunkt auf Bibliotheken, Erwachsenenbildung und Trends, wie Kooperation und räumliche Integration von Bildungszentren, soll diese Literatursammlung Entwicklungen im Bereich physischer Lernorte auf nationaler und internationaler Ebene aufzeigen und Hilfestellung zur Konzeption, Gestaltung, Organisation und Umsetzung von attraktiven Lernumgebungen bieten. Initiiert unter Prof. Dr. Richard Stangs Forschungsschwerpunkt „Lernwelten“ an der Hochschule der Medien (HdM) Stuttgart, wird sie von Stefan Volkmann (Bibliotheks- und Informationamanagement, HdM Stuttgart) gepflegt und wird Hilfestellungen zur Konzeption, Gestaltung, Organisation und Umsetzung von attraktiven Lernumgebungen bieten.